Organvorfall / Prolaps
Behandlung & Arztbesuch
Wenn Sie einen Beckenorganvorfall haben, so müssen Sie dessen Folgen nicht tatenlos hinnehmen. Je nach Art und Schwere Ihrer Beschwerden gibt es eine Anzahl von Behandlungsmöglichkeiten, die Ihnen wieder zu einem normalen Alltag verhelfen können.
Generell werden die therapeutischen Methoden in konservative (nicht-chirurgische) und operative Verfahren unterschieden. Die Wahl der Behandlungsmethode ist von der Schwere Ihres Vorfalls sowie Ihrem Gesundheitszustand und einem eventuell bestehenden Kinderwunsch abhängig. Daher wird Ihr Arzt gemeinsam mit Ihnen eine Therapieform bestimmen, die für Sie den größten Erfolg verspricht und zweckmäßig ist.
Nicht-chirurgische Behandlungsmethoden
In Abhängigkeit der Schwere Ihres Vorfalls wird Ihr Arzt Ihnen unterschiedliche Therapien verschreiben. Diese können folgende konservative Möglichkeiten beinhalten:
- Kegel-Übungen:
Mit Hilfe der Kegel-Übungen (benannt nach dem Arzt, der sie entwickelt hat) können Sie Ihre Beckenbodenmuskulatur stärken. Bei einem leichten Prolaps können die Symptome hierdurch sogar verschwinden. Diese Übungen können jederzeit und überall durchgeführt werden. Sie beinhalten das wechselweise An- und Entspannen (jeweils für drei Sekunden) der Beckenbodenmuskeln.
Die Beckenbodenmuskeln sind die Muskeln, mit denen Sie Sie Ihren Urin zurückhalten bzw. Ihren mittleren Urinstrahl stoppen können. Kegel-Übungen werden normalerweise 10-15 Mal pro Trainingseinheit wiederholt, mindestens dreimal am Tag.
- Scheidenpessar:
Dieses ähnelt dem äußeren Ring eines Diaphragmas, besteht normalerweise aus Gummi, Plastik oder Silikon und wird in die Vagina eingeführt. Dort unterstützt es den Beckenboden sowie das vorgefallene Organ. Das Pessar wird von einem Spezialisten/Ihrem Arzt individuell für Sie angepasst. Es muss regelmäßig gesäubert und vor dem Geschlechtsverkehr entfernt werden.
Chirurgische Verfahren
In einigen Fällen ist für die Behebung des Beckenorganvorfalls eine Operation notwendig. Diese dient in der Regel dazu, die vorgefallenen Organe wieder in eine normalere anatomische Position zu rücken und die Strukturen im Scheidenbereich zu stärken, um somit eine Stabilisierung zu gewährleisten.
Chirurgische Eingriffe können abdominal oder vaginal erfolgen und werden unter Regional- oder Generalanästhesie durchgeführt. Es gibt folgende chirurgische Möglichkeiten:
- Behandlung durch Gewebeaugmentation:
Sollte Ihr Körpergewebe geschwächt sein und durch einen chirurgischen Eingriff gestärkt werden, so kann es sein, dass Ihr Arzt hierfür synthetisches oder organisches Gewebe benutzt. AMS bietet Ihnen zur Prolapsbehandlung die Wahl zwischen zwei verschiedene Gewebearten:
- InteXenTM: Ein organisches Implantatgewebe, das aus Schweinehaut hergestellt wird.
- InteProTM: Ein weiches, großporiges Synthetikgewebe zur Prolapsbehandlung.
Prolapskorrektursysteme:
AMS hat drei revolutionäre Prolapskorrektursysteme entwickelt, die eine neue Stufe der vaginalen Gewebeaugmentationschirurgie erreichen, indem sie ein minimalinvasives Verfahren zur Funktionswiederherstellung standardisieren.
- Elevate TM: Dieses ist die neuste Entwicklung auf dem Gebiet der Prolapskorrektursysteme. Es ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem nur eine Inzision erforderlich ist. Es dient der Korrektur von vorderen und hinteren Defekten.
- ApogeeTM: Diese ist ein Verfahren zur Suspension des Vaginalgewölbes. Wenn es mit IntePro oder InteXen kombiniert wird, sind apikale und posteriore Reparaturen der Wand möglich.
- PerigeeTM: Mit diesem Verfahren wird ein Blasenvorfall (Zystozele) chirurgisch behandelt.
Der Besuch beim Arzt
Sie müssen nicht mit einem Beckenorganvorfall leben, denn dieser kann heutzutage gut behandelt werden.
Machen Sie den ersten Schritt zurück zu einem normalen Alltag! Konsultieren Sie für eine eingehende medizinische Untersuchung und Diagnose einen Facharzt (Urologen, Gynäkologen oder Urogynäkologen), der mit den neusten Behandlungsmethoden vertraut ist.
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