Erektile Dysfunktion
Ursachen
Die Ursachen einer ED sind sehr vielfältig, da für die Entstehung einer Erektion und deren Anhalten das reibungslose Zusammenspiel vieler Prozesse notwendig ist:
- körperliche und mentale Stimulation,
- Hormone,
- Erregungsübertragung und neuronale Rückmeldung,
- Muskelkontraktionen und -entspannung,
- kardiovaskulärer (das Herz und das Gefäßsystem betreffender) Blutfluss.
Ist einer dieser Vorgänge unterbrochen, kann dies zu einer erektilen Dysfunktion (ED) führen.
Die Ursachen einer ED werden allgemein in zwei Hauptkategorien unterteilt:
- psychologische Auslöser und
- körperliche (oder organische) Gründe.
1. Psychologische Ursachen: Diese sind bedingt durch kulturelle Erwartungen, mentale Ablenkung, persönliche Begierden und manchmal psychische Erkrankungen. Sollten Sie an einer ED leiden, so könnten hierfür folgende seelische Faktoren ursächlich sein:
- Beklemmung/Angst,
- Depression,
- Müdigkeit,
- Schuldbewusstsein,
- Stress,
- Ehestreit,
- Leistungsangst,
- Exzessiver Alkoholgenuss.
2. Körperliche Ursachen: In den meisten Fällen führen physische Gründe, die oftmals eine bestimmte Phase des Erektionsprozesses betreffen, zu einer ED. Am häufigsten wird sie hierbei von nachstehenden Ursachen hervorgerufen:
a. Diabetes
Ein Großteil der ED-Erkrankungen ist durch Diabetes bedingt. Infolge dieser können Nerven oder Blutgefäße, die den Blutfluss in den Penis kontrollieren, dauerhaft geschädigt werden und aufgrund dessen zu einer ED führen.
b. Kardiovaskuläre Erkrankung
Vaskuläre Probleme, wie beispielsweise eine Arterienverhärtung, können den Blutfluss in den Penis verlangsamen und somit das Erreichen sowie Beibehalten einer Erektion erschweren. Hiervon sind in vielen Fällen eher die kleinen als die großen Arterien betroffen und daher kann ein auftretendes Problem von ED ein Signal für eine vorhandene kardiovaskuläre Erkrankung sein.
Bei anderen Patienten besteht die vaskuläre Erkrankung allerdings in der Schädigung der Venen, die das Blut während einer Erektion im Penis einbehalten. Dies führt dazu, dass die Erektion nicht lange genug für den Geschlechtsverkehr gehalten werden kann.
c. Medikamententherapie
Medikamente, einschließlich einiger Verordnungen gegen hohen Blutdruck, Depression oder anderer Indikationen, können ED verursachen, indem sie die Nervenimpulse oder die Blutzufuhr zum Penis unterbrechen. Arzneimittel die ED verursachen können sind z.B.:¹
- Antipsychotika,
- Antidepressiva,
- Antihypertensiva,
- Antikonvulsantien,
- Medikamente gegen kardiovaskuläre Erkrankungen,
- Parkinson-Medikamente,
- Psychotropische Medikamente,
- Amphetamine,
- Histaminantagonisten,
- Hormone oder
- Opiate.
Wichtig: Bitte ändern Sie Ihre Medikation niemals ohne ärztliche Zustimmung. Sollten Sie bestimmten Medikamenten gegenüber Bedenken hinsichtlich der ED oder entsprechende Nebenwirkungen bemerkt haben, dann sprechen Sie mit Ihrem Arzt, er wird gerne gemeinsam mit Ihnen eine Lösung finden.
d. Alkoholismus und Rauchen:
Alkoholismus verändert den Hormonspiegel und kann durch eine dauerhafte Schädigung der Nerven zu Impotenz führen.
Rauchen wiederum kann zu vaskulären Erkrankungen oder anderen gesundheitlichen Problemen führen, die ihrerseits ED bewirken.
e. Hormonelle Probleme
Bestimmte Krankheiten, wie beispielsweise Nierenversagen und Lebererkrankungen, können das hormonelle Gleichgewicht, welches für die Kontrolle der Erektion notwendig ist, stören. Die ED kann aber auch durch einen niedrigen Testosteronspiegel begründet sein.
f. Körpertrauma
Einige Verletzungen des Körpers können eine ED verursachen, wie z.B.:
- Beckenbruch,
- Rückenmarksverletzungen,
- Perineale Verletzungen oder
- Verletzungen des Gehirns.
g. Neurologisches Trauma
ED kann des Weiteren durch neurologische Traumata ausgelöst werden. Diese werden u.a. hervorgerufen durch:
- Rückenoperationen,
- Rückenmarksverletzungen,
- Geburtsfehler, wie beispielsweise Spina Bifida oder Myelomeningocele,
- Schlaganfälle,
- Gehirntumore und/oder gestiegenem Hirndruck oder
- muskulären Erkrankungen, wie beispielsweise Multiple Sklerose (MS).
h. Priapismus
Der Priapismus bezeichnet eine Dauererektion, die schmerzhaft ist und nicht durch sexuelles Verlangen hervorgerufen wird. Bei einer Erektion, die länger als vier Stunden anhält, kann es zu Gewebsverletzungen kommen, die letztendlich zur ED führen. Folgende Ursachen kommen für einen Priapismus in Frage:
- Sichelzellenanämie,
- Injektionstherapie, die unsachgemäß verschrieben oder angewendet wird,
- Medikamentenmissbrauch (z.B. Viagra®) oder
- Illegaler Drogenkonsum.
i. Chirurgischer Eingriff
Einige chirurgische Operationen, die den Blutfluss oder die Nerveninnervation unterbrechen, können zu einer ED führen. Hierzu zählen u.a.:
- die Radikale Prostatektomie,
- eine transurethrale Resektion der Prostata (TURP),
- Darmoperationen, die das Rektum oder Perineum betreffen,
- Blasen- oder Harnröhrenoperationen,
- Operationen an der Wirbelsäule oder
- Operationen an oder in der Nähe des neurovaskulären Bündels, wie z.B. eine Operation in Folge der Peyronie-Krankheit.
j. Auswirkung des Alters
Schätzungen zufolge leiden 65% der Männer, die über 65 Jahre sind, an irgendeiner Form der ED. Zudem steigt statistisch gesehen die Anzahl der Betroffenen mit zunehmendem Alter. Dieses ist jedoch kein Anzeichen dafür, dass Alter eine Ursache von ED ist. Vielmehr neigen ältere Männer eher zu Krankheiten oder benötigen Behandlungen (z.B. Prostataoperation), die eine ED verursachen können.
1. Nelson RP. Nonoperative management of impotence. J Urol. Jan 1988 v. 139(1) p.2-5.
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