Erektile Dysfunktion

Behandlung & Arztbesuch

Sollten Sie an einer ED leiden, so müssen Sie diese nicht tatenlos hinnehmen, sondern können aktiv etwas dagegen tun. Denn: fast alle Fälle von ED können mittlerweile erfolgreich medizinisch behandelt werden!

Die Wahl der Behandlungsmethode ist nicht nur abhängig von Ihren persönlichen Präferenzen, sondern insbesondere von Ihrer individuellen Diagnose. Im Rahmen einer erfogreichen Behandlung kann es sein, dass Sie Ihr Arzt an andere Spezialisten überweist.

Generell lassen sich die Behandlungsmöglichkeiten entsprechend der Ursachen von ED in psychologische und körperliche Therapien unterscheiden. In manchen Fällen kann sogar bereits die Veränderung Ihres Lebenswandels oder Ihrer Medikation (nur in ärztlicher Absprache!) die organischen Ursachen Ihrer ED beheben.

 

1.      Behandlungen psychologischer Ursachen

Wurde bei Ihnen eine psychologische Ursache als Auslöser der ED festgestellt, so wird Ihnen Ihr Arzt in der Regel eine Therapie mit einem qualifizierten Psychologen, Psychiater, Sexualtherapeuten oder Eheberater empfehlen.

In dieser Therapie wird der Spezialist gemeinsam mit Ihnen und, sofern der Wunsch besteht, Ihrer Partnerin/Ihrem Partner an der Auflösung Ihrer bestehenden seelischen Probleme arbeiten.

Sollte Ihre ED körperlicher Natur sein, aber seelische Probleme als Nebenerscheinung mit sich bringen, so kann es sein, dass eine Psychotherapie in Ihren Behandlungsplan integriert wird.

2.      Behandlung organischer Auslöser

Die Therapie von körperlichen Ursachen reicht von der Änderung des Lebenswandels über nicht-invasive bis hin zu chirurgischen Eingriffen.

a.     Veränderung des Lebenswandels und der Medikation

In einigen Fällen wird die ED durch einen ungesunden Lebenswandel ausgelöst. Sollte dies auf Sie zutreffen, so kann es sein, dass Ihnen Ihr Arzt folgende Empfehlungen hinsichtlich Ihres Lebenswandels gibt:

  • Reduzieren Sie das Fett und Cholesterin in Ihrer Nahrung.
  • Reduzieren Sie Ihr Körpergewicht.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Vermindern oder Beschränken Sie Ihren Alkoholkonsum.
  • Hören Sie auf zu rauchen und unterlassen Sie den Missbrauch jeglicher Substanzen.

Sollte Ihre ED aus der Einnahme von verschreibungspflichtigen Medikamenten resultieren, so kann Ihnen Ihr Arzt eine Änderung Ihrer Medikation empfehlen.

b.     Medikamententherapie

Die orale Medikamententherapie gehört zu den nicht invasiven-Behandlungsmethoden und ist in vielen Fällen der erste Behandlungsversuch einer ED. In diesem Rahmen kann es sein, dass Ihnen Ihr Arzt z.B. Viagra®, Cialis® oder Levitra® verschreibt. Diese Arzneimittel verbessern die Blutzufuhr zum Penis, indem sie das Enzym Phosphodiesterase-5 hemmen. Hierdurch wird es den Arterien ermöglicht sich auszudehnen, was zu einer Erektion führen kann.

Der Nachteil dieser Medikamente besteht u.a. darin, dass sie in der Regel bereits eine oder mehrere Stunden vor der geplanten sexuellen Aktivität eingenommen werden müssen. Zudem ist für die erfolgreiche Erektion eine sexuelle Stimulation unerlässlich.

Auch wenn über diese Medikamente heutzutage sehr viel gesprochen wird und sie überall erhältlich sind, so ist eine Behandlung mit diesen Pillen bei 20 bis 30 Prozent aller Männer nicht wirksam.¹ Des Weiteren ist von der Einnahme dieser Medikamente ohne ärztlichen Rat dringend abzuraten!

c.      Vakuumpumpen

Die Anwendung einer Vakuumpumpe kann als nicht-invasive Behandlungsmethode angesehen werden. Ist eine Erektion gewünscht, wird die Vakuumpumpe über den Penis gesteckt. Nun wird durch das Entziehen von Luft ein Vakuum erzeugt, das auf mechanische Weise die Blutzufuhr zum Penis verstärkt. Ein Gummiring am unteren Ende des erigierten Penis schließt das Blut im Penis ein und sorgt somit für den Erhalt der Erektion.

Vakuumpumpen sind für Sie ungeeignet wenn Sie an Durchblutungsstörungen oder an einer Sichelzellenanämie leiden oder gerinnungshemmende Mittel einnehmen. Darüber hinaus können Vakuumpumpen umständlich in der Handhabung sein und bei unsachgemäßem Gebrauch zu Schäden an den Blutgefässen führen.

d.     Transurethrale Therapie (Zäpfchen)

Mit Hilfe eines Applikators führen Sie bei Bedarf ein kleines Zäpfchen in die Harnröhrenöffnung ein. Das Medikament wird vom umliegenden erektilen Gewebe aufgenommen und bewirkt die Entspannung der Blutgefäße. Hierdurch füllt sich der Penis mit Blut und erigiert. Diese Behandlungsmethode ist weniger invasiv als die Injektionstherapie.

e.     Injektionstherapie

Hierbei wird das Medikament von Ihnen oder Ihrer Partnerin/Ihrem Partner mit einer Spritze direkt in den unteren Bereich des Penis injiziert. Ebenso wie bei den Zäpfchen wird das Muskelgewebe entspannt und die Blutzufuhr zum Penis ermöglicht, um somit eine Erektion hervorzurufen. Da diese Behandlungsmethode bisweilen unangenehm ist, stellen viele Männer den Gebrauch noch innerhalb des ersten Jahres ein.2

f.      Chirurgische Behandlungsmethoden: Schwellkörperimplantat

Ein Schwellkörperimplantat kann das Mittel der Wahl sein, wenn Ihre ED mit keiner der nicht-chirurgischen Behandlungsformen erfolgreich therapiert werden konnte und psychologischen Ursachen nicht vermutet werden.

Ein Schwellkörperimplantat (auch Penisprothese genannt) ist vollständig im Körper verborgen und benötigt vor und nach dem Geschlechtsverkehr ein gewisses Maß an Manipulation, um den Penis zu erigieren und schlaff werden zu lassen. Sie haben die Wahl zwischen verschiedenen Typen von Schwellkörperprothesen. Diese unterscheiden sich durch:

  • die Art der Operation,
  • der Natürlichkeit der Erektion und
  • in der Anzahl der Komponenten.

Bei der Auswahl einer Schwellkörperprothese sollten Sie die Indikation, den Lebensstil, Ihre persönlichen Vorlieben und die Kosten in Betracht ziehen und mit Ihrem Arzt sowie Ihrer Partnerin/Ihrem Partner diskutieren.

Schwellkörperprothesen sind chirurgische Lösungen und bergen daher, wie alle medizinischen Eingriffe, gewisse Risiken. Hierzu zählen bspw. Komplikationen bei der Anästhesie, Infektionen und Schmerzen.

AMS bietet verschiedene Penisprothesen an, mit denen bereits über 300.000 Männern zurück zu einem aktiven Sexualleben geholfen werden konnte.

Zudem belegen Studien eine hohe Zufriedenheit bei Patienten sowie Partnern mit den Implantaten von AMS.

Möchten auch Sie mehr über die Penisimplantate von AMS erfahren? Sie sind nur einen Klick entfernt: AMS Schwellkörperprothese.

 

 

Der Besuch beim Arzt

Erektile Dysfunktion (ED) ist in fast allen Fällen behandelbar. Befürchtungen von Betroffenen, dass gegen ihr Leiden nichts unternommen werden kann, stellen sich meist als unbegründet heraus. Scheuen daher auch Sie sich nicht davor, Ihren Arzt zu konsultieren und medizinische Hilfe anzunehmen. Machen Sie den ersten Schritt!

Untersuchungen

Jeder Patient mit ED ist einzigartig und benötigt eine individuelle Behandlung. Aufgrund der vielfältigen Ursachen von ED wird Sie Ihr Arzt im Rahmen der Untersuchung nicht nur eingehend zu Ihrer Krankheitsgeschichte, sondern auch zu Ihrem Sexualleben befragen. Dieses ist wichtig, um zu verstehen wann und unter welchen Umständen bei Ihnen eine erektile Dysfunktion auftritt. Zudem wird er einige körperliche Untersuchungen durchführen, um folgende Aspekte abzuklären:

  • die Funktion Ihrer Blutgefäße und Nerven,
  • den Zustand Ihres Gewebes am Penis sowie
  • das Bestehen etwaiger Abnormalitäten, wie beispielsweise die Peyronie-Krankheit.

Darüber hinaus wird Ihr Urologe allgemein:

  • Ihre Krankheitsgeschichte bezüglich früherer Verletzungen und Operationen im Beckenbereich, die eine Schädigung der Nerven im Genitalbereich verursacht haben könnten, überprüfen.
  • Eine digitale Rektaluntersuchung durchführen, um den Zustand Ihrer Prostata zu beurteilen, da Probleme der Prostata eine Unterbrechung des Blutflusses und der Nervenübertragung zum Penis bewirken können.
  • Eine allgemeine Diagnose stellen und Bluttests durchführen.

 

Übliche Tests bei Erektiler Dysfunktion

Für die spezifische Diagnosestellung einer ED sind nachstehende Tests üblich:

Bluttest und Harnanalyse: Diese Tests führt Ihr Arzt durch, um den Hormonspiegel, das Cholesterin sowie die Triglyzeride (zur Erkennung von Arterienverhärtung) zu messen sowie die Leber- und Nierenfunktion zu überprüfen. Zudem ist es möglich, dass er einen Blutzuckertest durchführt, um eine etwaige Diabetes mellitus zu erkennen.

Untersuchung der Penis-Durchblutung: Darüber hinaus kann es sein, dass Ihr Arzt weitere Tests zur Untersuchung Ihrer Penis-Durchblutung durchführt:

Injektionstest: Hierbei wird Ihnen ein Medikament in den Penis injiziert, das die Durchblutung des Penis steigert und dabei die penilen Nerven umgeht. Sind die Blutgefäße im Penis gesund, ruft die Injektion eine Erektion hervor.

Schlafüberwachung: Bei diesem alternativen Test wird die Anzahl Ihrer Erektionen während des Schlafens aufgezeichnet. Ein normaler gesunder Mann hat drei bis vier Erektionen während des Schlafs. Sind diese nächtlichen Erektionen bei Ihnen nicht vorhanden, kann dies ein Anzeichen dafür sein, dass die Nerven- oder Blutversorgung nicht ausreichend ist.



Wählen Sie den richtigen Arzt

Für eine adäquate Behandlung ist es wichtig, dass Sie einen Urologen wählen, der nicht nur die neuesten Behandlungsmethoden kennt, sondern auch Erfahrung im Umgang mit diesen hat. Hier geht es zur Arztsuche.

 

 

1. Goldstein I, Lue TF, Padma-Nathan H, Rosen RC, Steers WD, Wicker PA. Oral sildenafil in the treatment of erectile dysfunction. Sildenafil Study Group. N Engl J Med May 14 1998 v. 338(20) p.1397-404.

2. Hanash KA. Comparative results of goal oriented therapy for erectile dysfunction. J Urol Jun 1997 Jun v. 157(6) p. 2135-8.